Natürliche Pausen statt zu vieler Füllwörter im Englischen
Zu viele um, uh oder like beim Englischsprechen? Lernen Sie, Planungslücken bewusst mit Stille, Struktur oder einem wirklich nützlichen Füllwort zu lösen.
Verbieten Sie Füllwörter nicht komplett: Stoppen Sie den Automatismus, platzieren Sie Pausen möglichst an sinnvollen Bedeutungsgrenzen und wählen Sie dann bewusst zwischen Stille, Strukturphrase und einem Füllwort mit echter Gesprächsfunktion.
“So, um, I think, like…” — nach vier Wörtern haben Sie viel gesprochen und noch fast nichts gesagt. Die Lösung ist nicht, jedes Füllwort zu verbieten. Sie müssen lernen, welche Lücke still bleiben darf und welche wirklich eine Gesprächsfunktion braucht.
STOP → PLACE → CHOOSE: Nicht jede Lücke braucht ein Wort
| Schritt | Frage | Option |
|---|---|---|
| STOP | Fülle ich diese Lücke gerade automatisch? | Automatismus bemerken |
| PLACE | Kann ich erst den aktuellen Sinnschritt abschließen? | Pause möglichst an eine Bedeutungsgrenze verschieben |
| CHOOSE | Was braucht der Hörer jetzt wirklich? | SILENCE / STRUCTURE / FILLER |
Eine Pause ist Platz; ein Füllwort ist eine Entscheidung.
Füllwort-Kette:
So, um, I think, like, the main problem is, you know, the timing.
Ruhiger:
I think the main problem is… the timing.
Noch klarer an einer Sinn-Grenze:
I think the main problem is the timing. [pause] We need another week.
Füllwörter sind nicht automatisch „schlechtes Englisch“
Spontane Sprache ist keine vorgelesene E-Mail. Menschen zögern, planen, wechseln die Richtung und halten einen Turn. Gefüllte Pausen wie uh und um gehören deshalb zur echten gesprochenen Sprache.
Ein Forschungsüberblick zur Geschichte der filled-pause-Forschung kritisiert gerade die Vorstellung, gefüllte Pausen seien automatisch wertlose „Fehler“ — diese Sicht ist stark von Maßstäben geschriebener Sprache geprägt.
Auch Clark und Fox Tree zeigen, dass uh und um mit der Planung kommender Verzögerungen zusammenhängen können. Aber daraus sollten Sie keine starre Bedeutungslehre machen: Eine spätere empirische Kritik fand keine zuverlässige einfache Regel „uh = kleine Verzögerung, um = große Verzögerung“.
Das Ziel dieses Artikels ist also nicht sprachliche Reinheit. Es ist Kontrolle.
PLACE: Wo die Pause sitzt, kann wichtiger sein als die Tatsache, dass Sie pausieren
I think the main… um… problem is the timing.
mit:
I think the main problem is the timing. [pause] We need another week.
In der zweiten Version ist der erste Gedanke vollständig, bevor die Planungszeit kommt. Der Hörer muss nicht mitten in einer begonnenen Einheit warten.
Eine Studie zur wahrgenommenen L2-Fluency zeigte, dass Hörer stark auf die Position von Pausen reagieren und innerhalb von Clauses auftretende stille Pausen besonders mit niedrigerer wahrgenommener Fluency zusammenhängen können.
Eine aktuelle System-Studie von 2026 mit 120 monologischen Cambridge-Prüfungsleistungen von B1 bis C2 fand ebenfalls ein Muster: höhere Niveaus pausierten im untersuchten Material relativ stärker an Clause-, Satz- und Diskursgrenzen und weniger innerhalb von Clauses.
Aber: Das sind Gruppen- und Aufgabenmuster, keine Regel, nach der jede Pause mitten im Satz „falsch“ wäre. Lexikalische Schwierigkeit, Syntax, Aufgabe und Prosodie spielen ebenfalls eine Rolle. Eine kleine Heliyon-Studie zeigt genau diese Mehrfachursachen.
SILENCE: Wenn Sie nur Denkzeit brauchen, darf die Lücke leer bleiben
Sie haben einen Gedanken abgeschlossen. Der nächste ist noch nicht fertig.
Dann brauchen Sie nicht automatisch:
So… um… you know…
Sie können einfach kurz still sein:
I liked the hotel. [silent pause] The room was a little noisy.
Es gibt hier keine seriöse Universalzahl wie „Pausen dürfen genau 1,2 Sekunden dauern“. Das wäre Fake-Präzision. Fluency ist mehrdimensional, und Pausen können unterschiedliche kognitive, sprachliche und soziale Funktionen haben. Darauf weist auch ein Forschungsüberblick zu L2 oral fluency hin.
Ist der vorige Sinnschritt abgeschlossen und bleibt der Hörer orientiert? Wenn ja, kann Stille genau das Richtige sein.
STRUCTURE: Manchmal sollte die Planungszeit tatsächlich Wörter bekommen
- Let me think for a second.
- The main point is…
- What I mean is…
- There are two reasons.
- The first thing is…
Let me think for a second sagt offen: Ich brauche kurz Planungszeit. There are two reasons gibt zusätzlich eine Struktur vor. Diese Phrasen tragen Bedeutung — sie sind nicht einfach dekorativere Versionen von um.
FILLER: Behalten Sie Marker, die tatsächlich einen Gesprächsjob erledigen
Well, I’m not sure that’s the best option.
Hier kann well den Einstieg in eine vorsichtige Gegenposition markieren. Es ist nicht bloß Geräusch vor dem eigentlichen Satz.
Oder ein spontanes um zeigt schlicht, dass die Produktion gerade verzögert ist. Auch das ist nicht automatisch ein Sprachfehler.
Nutzen Sie den Job-Test:
- Signalisiert das Wort Haltung?
- Markiert es einen Übergang?
- Hilft es, den Turn zu halten oder Planung transparent zu machen?
- Oder erscheint es nur reflexartig in jeder Lücke?
Wenn Sie beim letzten Punkt landen, ist Stille oft die interessantere Trainingsoption.
Filler stacking: Das Problem ist oft der Stapel, nicht das einzelne Wort
So, um, I mean, like, we need more time.
| Intention | Natürlichere Version |
|---|---|
| Direkt sagen | We need more time. |
| Eigene Einschätzung markieren | I think we need more time. |
| Vorsichtig einsteigen | Well, I think we need more time. |
Behalten Sie das Element, das einen Job hat. Entfernen Sie den Stapel.
Das ist etwas anderes als „Sprich perfekt ohne Zögern“. Sie reduzieren nur die automatische Kette, bevor die eigentliche Aussage überhaupt ankommt.
Verbannen Sie nicht ganze Wörter aus Ihrem Englisch
| Wort | Beispiel | Hier kein bloßes Füllwort |
|---|---|---|
| well | I feel well. | Adverb/Adjektivgebrauch |
| so | It was late, so we left. | Folge/Verknüpfung |
| like | It looks like rain. | Vergleich |
| you know | As you know, the deadline is Friday. | Wissensbezug; je nach Kontext auch Diskursmarker möglich |
Das Trainingsziel lautet nicht: „Nie wieder like.“ Es lautet: „Ich erkenne, wann das Wort Bedeutung oder Gesprächsfunktion trägt — und wann es nur automatisch die Stille bedeckt.“
Vier englische Muster für bessere Planungslücken
Original practice example
I think the main problem is… the timing.
Die Auslassungspunkte stellen hier für die Übung eine stille Planungspause dar. Im normalen Schreiben müssen Sie diese Pause nicht mit Auslassungspunkten markieren.
SILENCE: Der Satzrahmen steht, aber das genaue Nomen braucht noch einen Moment.
Bedeutung: Ich denke, das Hauptproblem ist … das Timing.
Sagen Sie denselben Rahmen mit cost / schedule / location als spätem Zielwort.
Original practice example
Let me think for a second.
Die Phrase signalisiert offen, dass Sie kurz planen. for a second ist hier idiomatisch und keine exakte Zeitangabe.
STRUCTURE: nützlich, wenn Sie Ihren Turn behalten und die Denkpause transparent machen möchten.
Bedeutung: Lassen Sie mich kurz überlegen.
Sagen Sie die Phrase und formulieren Sie danach eine kurze Antwort auf eine unerwartete Frage.
Original practice example
Well, I’m not sure that’s the best option.
well kann hier als Diskursmarker einen vorsichtigen oder leicht kontrastierenden Einstieg signalisieren.
FILLER/DISCOURSE MARKER: sinnvoll, wenn der Marker wirklich Haltung oder Übergang trägt.
Bedeutung: Nun/Also, ich bin nicht sicher, ob das die beste Option ist.
Ersetzen Sie the best option durch eine echte Entscheidung aus Ihrem Alltag.
Original practice example
I think we need more time.
So, um, I mean, like, we need more time ist verständlich, aber in dieser Form pragmatisch überladen: mehrere Verzögerungs-/Diskurselemente stehen vor der eigentlichen Aussage. Natürlicher kann schlicht We need more time, I think we need more time oder — bei vorsichtigem Einstieg — Well, I think we need more time sein.
Das Problem ist der Stapel, nicht ein globales Verbot der einzelnen Wörter.
Bedeutung: Ich denke, wir brauchen mehr Zeit.
Nehmen Sie eine eigene Füllwort-Kette und behalten Sie nur das Element, das eine klare Funktion hat.
Welche Lücke braucht was? Erst entscheiden, dann öffnen
I liked the hotel. ___ The location was perfect.
SILENCE. Der erste Gedanke ist abgeschlossen. Wenn Sie nur den nächsten Gedanken planen, muss die Lücke kein Wort enthalten.
Sie wollen offen signalisieren, dass Sie kurz überlegen müssen.
STRUCTURE. Let me think for a second. Es braucht davor kein zusätzliches um.
___, I’m not sure that’s the best option.
FILLER/DISCOURSE MARKER kann passen: Well signalisiert hier einen vorsichtigen Einstieg.
The main… um… problem is…
PLACE. Wenn möglich, trainieren Sie, die Einheit kompakter auszusprechen — etwa The main problem is… — und Planungszeit an einer stabileren Stelle zu nehmen. Eine einzelne mid-clause Pause ist aber kein moralischer Fehler.
It looks like rain. Soll like entfernt werden?
Nein. Hier trägt like die Vergleichsbedeutung. Es ist kein Füllwort.
Eine Antwort, drei Durchgänge
Frage: Why do you prefer this option?
Das Ziel ist nicht, jede Unsicherheit aus Ihrer Stimme zu entfernen. Es ist, nicht jede Lücke reflexartig mit mehreren Wörtern zuzuschütten.
Quellen
- A dual-pronged corpus-based analysis of pausing behavior and formulaic language
- The effect of pause location on perceived fluency
- Silent pauses in first and second language speech
- Oral fluency in a second language: A research agenda for the next ten years
- The history of research on the filled pause
- Using uh and um in spontaneous speaking
- Uh and um revisited: are they interjections for signaling delay?
- Effects of speaking task and proficiency on mid-clause pausing
Natürlich zu pausieren heißt nicht, jedes um aus Ihrem Englisch zu löschen.
Stoppen Sie den Reflex, platzieren Sie die Lücke bewusst und wählen Sie: Stille, Struktur oder ein Füllwort mit Job. Dann ist die Pause kein Loch, das sofort zugeschüttet werden muss, sondern Platz für den nächsten klaren Gedanken.