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Englische Redemittel: Ideen beim Sprechen flüssig verbinden

Englische Redemittel fürs Sprechen: Verbinde Gedanken mit passenden, natürlichen Übergängen und vermeide formelle oder falsche Linking Words.

The short answer

Für flüssigeres Sprechen brauchst du keine riesige Linking-Words-Liste. Lerne wenige englische Redemittel nach ihrem Job: einen Gedanken weiterführen, eine Folge zeigen, kontrastieren, dich präzisieren oder zum Hauptpunkt zurückkehren.

“I was tired. The train was late. I went home.” Drei korrekte Sätze — aber der Hörer muss die Beziehungen selbst zusammensetzen. Ein kleines so, but oder I mean kann hier mehr leisten als ein besonders formelles Wort, nach dem du erst lange suchst.

Der nützlichste Denkwechsel ist deshalb: Frag nicht zuerst „Welches Linking Word kenne ich?“, sondern „Was macht Gedanke B mit Gedanke A?“ Genau dafür verwenden wir in diesem Artikel fünf Gedanken-Gelenke.

Redemittel sind Gelenke, keine Dekoration

Cambridge Grammar beschreibt discourse markers als Wörter und Wendungen, mit denen wir Gesprochenes oder Geschriebenes verbinden, ordnen und steuern. Wichtig für dieses Thema: Cambridge trennt dabei auch typische Muster des Sprechens von typischen Mustern des Schreibens. In gesprochener Sprache nennt die Grammatik unter anderem so, well, I mean und anyway; bei schriftlicher Organisation stehen eher Formen wie firstly, moreover oder on the other hand.

Das heißt nicht: moreover ist im Sprechen „falsch“. Es heißt nur: Register gehört zum Job. In einer formellen Präsentation kann ein formelleres Gelenk gut passen. Beim Kaffee mit einem Kollegen ist oft ein kleineres Wort natürlicher und schneller abrufbar.

Oder anders gesagt: Du brauchst für eine Küchentür kein Brückengelenk aus dem Maschinenbau. Grammatisch beeindruckend ist nicht automatisch kommunikativ besser.

Gelenk 1: WEITER — noch einen Punkt hinzufügen

Wenn Gedanke B einfach noch einen passenden Punkt ergänzt, brauchst du keinen dramatischen Übergang.

“The place is quiet, and the food is good.”
“It’s close to the station. Also, it’s not too expensive.”
“The flat is bigger. On top of that, it has a balcony.”

On top of that fügt häufig einen zusätzlichen Punkt mit etwas Nachdruck hinzu. And und also sind nicht „Anfängerwörter, die du loswerden musst“. Wenn die Beziehung schlicht Ergänzung ist, darf das Gelenk schlicht sein.

Gelenk 2: FOLGE — zeigen, was daraus passiert

Jetzt ändert sich die Beziehung. Gedanke B ist nicht nur noch eine Information; er folgt aus Gedanke A.

“The last train was cancelled, so I took a taxi.”

Cambridge Grammar zu so beschreibt so außerdem als sehr häufigen discourse marker im gesprochenen Englisch. Je nach Kontext kann es Gesagtes zusammenfassen oder den Fokus weiterführen. Es hat also im Gespräch mehr Leben als die Schulbuchformel „so = deshalb“ allein vermuten lässt.

Original practice example

I was exhausted, so I went home early.

Job: Folge. “I was exhausted; therefore, I went home early.” ist grammatisch gültig, aber im lockeren Gespräch deutlich formeller — nicht falsch. Wenn du einfach eine alltägliche Konsequenz ausdrücken willst, ist so meist die leichtere gesprochene Wahl. In formellen Vorträgen oder Texten kann therefore gut passen.

Nutze das Muster, wenn du Entscheidungen erklärst: Wetter → Plan geändert, Zug ausgefallen → Taxi genommen, müde → früher gegangen.

Say two short facts from your day and connect them with “so”. Then replace “so” with “therefore” and notice how the register changes.

Gelenk 3: KONTRAST oder KORREKTUR — und Vorsicht mit actually

Für einen einfachen Gegensatz reicht oft but:

“I liked the location, but the room was too small.”

Actually hat einen anderen Job. Es kann im gesprochenen Englisch eine Erwartung korrigieren, einen Kontrast markieren oder etwas genauer stellen. Cambridge weist ausdrücklich darauf hin, dass actual/actually nicht „gegenwärtig“ bedeutet.

Das ist für Deutschsprachige eine besonders praktische Falle: Das deutsche aktuell sieht actually sehr ähnlich, meint aber bei Zeitbezug eher currently, at the moment oder je nach Satz einfach eine Präsensform. Cambridge definiert currently als „at the present time“.

Die Ähnlichkeit von aktuell und actually ist ein falscher Freund — keine Aussage darüber, dass jeder deutsche Lerner diesen Fehler macht.

Original practice example

Actually, I changed my mind.

Job: Erwartung korrigieren. Wenn du mit “I’m actually working from home.” neutral „Ich arbeite aktuell von zu Hause“ meinst, ist der englische Satz grammatisch gültig, trägt aber eine andere Betonung: eher „Tatsächlich/In Wirklichkeit arbeite ich von zu Hause“, oft im Kontrast zu einer Annahme. Für den reinen Zeitbezug passt “I’m currently working from home” oder “I’m working from home at the moment.”

Nutze actually, wenn du wirklich korrigierst, überraschst oder präzisierst — nicht automatisch als Übersetzung von aktuell.

Say one sentence that corrects an expectation with “actually”, then one sentence about your current situation with “currently” or “at the moment”.

Gelenk 4: PRÄZISIEREN — wenn dein erster Satz noch nicht ganz sitzt

Flüssig sprechen bedeutet nicht, beim ersten Versuch jeden Satz perfekt auszuliefern. Gesprochene Sprache wird während des Sprechens gebaut. Cambridge nennt unter anderem I mean und what I mean is als Marker, mit denen Sprecher etwas umformulieren oder klarer machen.

Beispiel:

“The plan is too complicated. I mean, we’re trying to solve three problems at once.”

Oder wenn du die Aussage stärker neu rahmen willst:

“What I mean is, we need a simpler plan.”

Original practice example

What I mean is, we need a simpler plan.

“What I mean, we need a simpler plan” ist für diese beabsichtigte Struktur falsch bzw. unvollständig: Bei what I mean is … brauchst du is. Eine andere völlig natürliche Möglichkeit ist “I mean, we need a simpler plan.” — dort ist I mean selbst der discourse marker.

Das ist nützlich, wenn du in Meetings, Erklärungen oder Alltagsgesprächen merkst: „Mein erster Satz war technisch okay, aber nicht das, was ich wirklich sagen wollte.“

Say one vague opinion, then repair it with “What I mean is …”. Repeat with “I mean, …” and notice the different shape.

Gelenk 5: ZURÜCK — einen Nebenweg beenden

Gespräche laufen selten geradeaus. Du erzählst eine kleine Nebenstory, erklärst einen Hintergrund — und plötzlich weiß niemand mehr, wo die Hauptstraße war. Dafür ist anyway praktisch.

Cambridge Grammar beschreibt anyway im gesprochenen Englisch als discourse marker, der Grenzen oder Themenwechsel markieren kann; er kann auch eine Rückkehr zum Hauptthema signalisieren.

“Anyway, back to the main point: we need to decide today.”

Original practice example

Anyway, back to the main point: we need to decide today.

Job: zurück zum Thema. “Nevertheless, we need to get back to the main point.” ist grammatisch gültig, signalisiert aber normalerweise einen Gegensatz bzw. eine Konzession: „trotzdem“. Wenn du nur einen Nebenweg beenden und zurückkehren willst, passt anyway besser zum Gesprächsjob.

Nutze es nach einer Anekdote, einem Exkurs oder einer Unterbrechung, wenn du den roten Faden wieder aufnehmen willst.

Tell one two-sentence side story, then return with “Anyway, back to …”.

Formal ist nicht falsch — aber auch nicht automatisch besser

Gesprochene Alltagsoptionen und formellere Alternativen
GesprächsjobOft leicht im GesprächFormeller / häufiger in strukturierter SchriftWichtig
Folgeso, that’s whytherefore, consequentlyFormell heißt nicht falsch; wähle nach Situation.
Ergänzungand, also, on top of thatmoreover, furthermoreMoreover kann in formeller Rede funktionieren, klingt im lockeren Small Talk aber oft schriftlicher.
KontrastbutneverthelessDie Wörter sind nicht immer austauschbar: nevertheless bedeutet eher „trotzdem“ als schlicht „aber“.
SelbstkorrekturI mean, actuallyin other wordsHier entscheidet die genaue Funktion, nicht nur Formalität.

Wenn du also in einer spontanen Antwort schon ein gutes so parat hast, musst du es nicht gegen consequently eintauschen, nur um „fortgeschritten“ zu klingen. Ein Gelenk ist dann gut, wenn es die richtige Bewegung macht.

Übung: Welches Gedanken-Gelenk fehlt?

Lies zuerst nur die zwei Ideen. Sag laut: WEITER, FOLGE, KONTRAST/KORREKTUR, PRÄZISIEREN oder ZURÜCK? Wähle dann ein englisches Redemittel. Erst danach öffnest du die mögliche Lösung.

The last bus had already left. ___ I walked home.

FOLGE. Eine natürliche Lösung: “The last bus had already left, so I walked home.” Therefore wäre grammatisch möglich, aber für eine lockere Alltagsgeschichte formeller.

The hotel was cheap. ___ it was right next to the station.

WEITER. Zum Beispiel: “Also, it was right next to the station.” oder mit stärkerem Zusatz: “On top of that, it was right next to the station.”

I thought the meeting was on Friday. ___ it’s on Thursday.

KORREKTUR/KONTRAST. Eine natürliche Lösung: “Actually, it’s on Thursday.” Hier korrigiert actually eine Erwartung; es bedeutet nicht „aktuell“.

Du hast gerade zwei Sätze über ein Nebenthema erzählt und willst wieder zur Entscheidung zurück.

ZURÜCK. Zum Beispiel: “Anyway, back to the decision …” oder “Anyway, back to the main point …”

Der eigentliche Test: ohne Liste sprechen

Jetzt schließ die Tabelle gedanklich. Nimm ein einfaches Thema: eine Wohnung, einen Film, einen Plan fürs Wochenende oder eine kleine Entscheidung bei der Arbeit. Sag vier bis fünf Sätze und baue höchstens drei Gelenke ein:

Mini-Sprechcheck

Wenn du bei einem Punkt stockst, lern nicht sofort zehn neue Redemittel. Nimm genau ein Gelenk für genau diesen Job und baue drei eigene Satzpaare damit. So wird aus einer Liste ein abrufbares Werkzeug.

Weitere deutschsprachige Lerninhalte findest du bei FunFluen Deutsch Learn.

Am Ende zählt die Beziehung, nicht die Länge des Wortes

Wenn deine Sätze abgehackt wirken, brauchst du nicht automatisch mehr Vokabeln. Hör auf die Lücke zwischen zwei Gedanken: Ist das eine Ergänzung? Eine Folge? Ein Gegensatz? Eine Präzisierung? Eine Rückkehr?

Dann setz das kleinste passende Gedanken-Gelenk ein. Wenn dein Hörer sofort versteht, wohin dein Gedanke abbiegt, hat das Redemittel seinen Job gemacht — auch wenn es nur aus zwei Buchstaben besteht: so.

Quellen